Feuer

Ich habe das Feuer
selbst gelegt,
mir die Finger verbrannt
und die Haare angesenkt,
als ich versucht habe,
das Feuer in mir zu
entfachen, das
mich antreibt
und die Kohlen
unter meinen Füssen
anheizt, um
vorwärts zu gehen,
weiter,
der Sonne entgegen,
das heisseste Feuer,
das unsere Seelen
und Herzen erwärmt.
Die Feuer, die wir in
uns entfachen,
sind die Dampfkessel
der menschlichen
Lokomotive
der Motivation,
des Idealismus,
der Liebe
und der Sympathie,
die aus unseren
Herzen spricht.
Dieses, unseres Feuer,
das wir entfachen,
zündet die Fackeln an,
die wir brauchen,
um die Dunkelheit unserer Leben
zu erhellen
und die Dinge zu sehen,
die in der schwarzen
Nacht verborgen bleiben.
Diese Fackeln müssen wir
weiter reichen an die Menschen,
die neben uns stehen
und durch die Dunkelheit irren,
verloren,
geschändet
oder voller Angst
in dieser unglaublich
dunklen Welt.
Brennende Fackeln
weiter zu reichen
ist die Hand,
das Vertrauen
und die Kraft der Liebe,
die Wärme
und das Licht,
das unsere Seelen
erhellt
und die Stille
mit Musik erfüllt.

Werbeanzeigen

Keine Zeit

Wäre ich ein Arzt,
hätte ich mich beim Anblick
heute morgen in den Spiegel
sofort krank geschrieben.
Dieses Gesicht,
so verzogen
und zerknittert
wie ein Taschentuch,
was aus Versehen
in der Hosentasche blieb
und mit gewaschen wurde.
Genauso kalkweiss
starre ich mich
im Spiegel an.
Ungläubig
und fast schon irritiert.
Was ist aus mir geworden?
Ausgelaugt vom Leben,
zu wenig Zeit zur Reaktivierung
neuer Kräfte
und keine Zeit
zum Entspannen
und zum Nichtstun.
Die Batterien sind leer
und die Lethargie
nicht vorgetäuscht,
sondern ein Resultat
dieser qualvollen Momente,
in denen ich nicht bei mir bin,
sondern für andere,
die sich in Köpenick mal eben ein Haus
kaufen können
und ich bekomme kalte Füsse in der Küche,
weil ich mir
keinen Teppich leisten kann
und Heizkosten spare.
So fernab eines Lebens,
das in meinem Herzen brennt
und fernab eines Daseins,
das mich in Anspruch nimmt
und wie Wellen nach vorne trägt.
Die Blume in meiner Seele
ist schon fast verblüht
und welkt dahin.
All das kotzt mir an diesem Morgen
aus meinem Spiegel entgegen.
Ich laufe zum Telefon
und melde mich für heute krank.
Für die nächste Woche,
für die nächste Zeit.
Mit der Begründung,
ich müsse meine Blumen giessen.