Wilhelm schreit nach der drogenabhängigen Haut der Träne

Konzert vom 17. August 2016 im Turock Essen
Strung Out, A Wilhelm Scream, Skin Of Tears

Mann, da habe ich mir ja einen Titel ausgedacht. Pfff. 😉
Als ich hörte, daß A Wilhelm Scream in Essen spielen sollten, habe direkt den Nico von Beer & Music angeschrieben, ob ich dort fotografieren kann. Ich habe bislang zwar nur die Career Suicide Platte von ihnen gekannt, die aber auch schon neun Jahre alt ist. Ich hatte stets meinen Gefallen an dem Vinyl und musste natürlich hin. Es sollte eine Offenbarung werden!

Im Turock sehe ich gerne Konzerte, das Licht ist gut, der Sound ist gut und der Schuppen nicht weit von mir. Ich kam diesmal und wohl das einzige Mal in diesem Jahr genau um 19:30 Uhr an und selbst die Türsteher wussten nicht genau, ob nun schon Einlass war oder nicht. Ich wurde trotzdem herein gelassen, bekam den obligatorischen Stempel und besorgte mir erst einmal ein Bier.

Es dauerte bis 20 Uhr, als Skin Of Tears die Bühne betraten. Ich hatte sie im Schuppen genau nebenan vor fast exakt sechs Monaten gesehen, als sie für Distemper Vorband waren. Die Gruppe stammt aus Wermelskirchen bei Wuppertal und ist nun seit über 25 Jahren musikalisch unterwegs. Erst in diesem Jahr haben sie ihre neue Platte Fake My Day! veröffentlicht. Sie durften nur eine halbe Stunde spielen und die Zeit war auch rasant vorbei. Bislang ist es die Band, die ich in diesem Jahr am meisten live gesehen habe.

Dann wurde fleissig umgebaut und ich war gespannt auf die Band, wegen der ich eigentlich gekommen war: A Wilhelm Scream. Wie im Eingang geschrieben, kannte ich sie seit einigen Jahren nur von dem gelben Vinyl der Career Suicide Platte und hatte sie einmal in Köln verpasst, weil da irgendetwas anderes war. Heute durfte ich sie endlich sehen und was die fünf Jungs aus New Bedford, Massachusetts auf die Bühne bretterten, haute mich fast um. Normalerweise hatte ich sie als eher melodiös in Erinnerung und sie kamen eher aus der Surf-Punk und Propagandhi Richtung. Was sie hier live ablieferten war ein schnelles und brachiales Brett, das von Energie nur so strotzte und die Lieder klatschten nur noch links und rechts um den Kopf.

Sänger Nuno Pereira, neben Trevor Reilly eines der Gründungsmitglieder (eine Band, die übrigens auch unter dem Namen Koen und Smackin‘ Isaiah auftrat), war das ganze Konzert eigentlich nur in Bewegung und es war spannend ihm zuzusehen. Er erinnerte mich etwas an die Bühnenperformance von Jello Biafra. Spannend, witzig und elektrisierend. Einen Tag nach dem Konzert gaben sie bekannt, dass sie schon an einem neuen Album arbeiten. Ich bin gespannt.

Strung Out
bedeutet unter anderem drogenabhängig, obwohl ich nicht genau weiss, ob sich die Band wegen dieser Bedeutung so benannt hat. Sie kommen aus dem sonnigen Kalifornien und spielen schon seit 1990 in fast der originalen Besetzung. Sie sind bei Fat Wreck Records unter Vertrag und versprühen den sonnigen Charme des Labels – sonniger, energiegeladener Punk mit persönlichen Texten. Sänger Jason Cruz ist ein Perfektionist, der neben seiner Tätigkeit als Sänger bei Strung Out auch malt und Gedichte schreibt. Mehrmals gab er dem Menschen an der Lichtmaschine Anweisungen, welche Stimmung er gerade haben wollte und regte sich am Ende etwas auf, als dieser bei dem Song Rebellion Of The Snakes (??) nicht das Licht auf rot beschränkte und es etwas abdunkelte. Fortan blieb die Beleuchtung komplett rot.

Um ca. 23:15 Uhr war dann das Spektakel zu Ende und in sechs Stunden sollte ich wieder zum Dienst auf der Arbeit erscheinen. Eine kurze Nacht mit nur vier Stunden Schlaf stand mir bevor.

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