Die Pflanze der Zukunft

Wenn du schon morgens
bei dem goldenen Sonnenschein
Schmerzen im Magen bekommst,
weil dir dein tägliches Leben
in dem Stacheldraht der Arbeit
den Magen einengt
und diese Stadt so kalt
wie ein Stück Stahl
in den warmen Gedärmen
der Schweine auf der Schlachtbank ist,
wo die Menschen nur Brüste,
Ärsche, Schwänze und
lange Beine sehen,
weil die Lust eine Triebfeder
des Lebens geworden ist,
wo es fast nichts anderes mehr gibt,
was noch ein Wohlbefinden verursacht
oder Glücklichkeit
oder Geborgenheit
oder auch Nähe
und Respekt
nach dem doch alle so schreien
mit ihren klirrenden Stimmen
aus Kehlen,
die vom Alkohol gereinigt
und vertrocknet sind
wie eine Rosine,
die zu lange in der Sonne lag.
Aus der Einsamkeit geboren,
in die Leere gegangen
und nach Liebe gesucht,
Geborgenhet und diesen Respekt
den man nirgendwo bekommt
ausser Formular 24 ist ausgefüllt,
dann gibt es sogar Kondome
auf Rezept.
Diese Lügen, die man täglich lebt
anstatt dem Chef zu sagen,
daß er ein arrogantes Arschloch ist
und daher kommen auch die Bauchschmerzen
weil der Maulkorb der Angst
so fest geschnürt ist,
dass er sogar die Luft zum Atmen nimmt
denn man hat so vieles vollständig verloren,
was man in den Augen sieht
und nicht mit Worten sagen kann,
denn das Herz hat keine Stimme
sondern nur Liebe
und zwar ehrlich
und rein
und voller Respekt
denn dort fließt das Wasser des Lebens.
Aus dem Fenster der Realität
sehe ich die Leichen
an den Wänden dahin kriechen,
die Lichter in ihrer Burst
sind erloschen
oder verloren
und die Augen blind
und die Münder stumm.
Die leuchtenden Augen
haben sich verkrochen
wie Hunde
und scharen sich unter der Brücke
unter dem Tempel aus Gold und
den Rädern der Zerstörung
und dem Lärm der Nutzlosigkeit.
Die klingenden Stimmen sprechen leise
und ohne Unterlass,
aber werden nicht verstanden
bis man die Ohrstöpsel verliert
und einen Vogel hört,
wie er angeflogen kommt
und sich in dein Herz setzt
und ein Nest baut
und Junge bekommt,
die du versorgen musst,
weil die Luft so stickig ist.
Dann erst kannst du sagen,
du hast etwas erschaffen,
etwas behütet,
was die zarte Pflanze
der Zukunft
ohne Dunkelheit
überdauern kann.

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